Stellungnahme des Zweckverbands Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) zu den aktuellen Aussagen des Max-Planck-Instituts für Selbstorganisation (MPIDS) zum Forschungsprojekt Eco Bus

Stellungnahme des Zweckverbands Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) zu den aktuellen Aussagen des Max-Planck-Instituts für Selbstorganisation (MPIDS) zum Forschungsprojekt Eco Bus:

"Ich bin sehr verwundert, dass Prof. Dr. Stephan Herminghaus vor Ende der Pilotphase unabgestimmt mit dem ZVSN ein Resümee zum Forschungsprojekt EcoBus zieht. Gerade vor dem Hintergrund, dass der Landkreis Göttingen von Anfang an eine gründliche Evaluierung gefordert hat nach Beendigung der Pilotphase. Erstaunlich finde ich die Aussage, dass von Anfang an klar war, dass der EcoBus sich nicht trägt im ländlichen Raum. Dies wurde vom MPIDS nie so dargestellt in der Öffentlichkeit, die naheliegende Vermutung, die sich in den ersten Auswertungen zeigt, wurde eher von Praktikern aus dem Verkehrsbereich so eingeschätzt. Das der EcoBus sehr gut angenommen wird ist erfreulich, aber auch nicht verwunderlich: es ist im Augenblick einfach formuliert ein günstiges Taxi. Das löst unsere Probleme im ländlichen Raum leider nicht. Am Ende muss ein ÖPNV auch finanzierbar sein.
Aus Sicht des ZVSN werden wir die vollständige Evaluierung abwarten und dann in den zuständigen politischen Gremien entscheiden, welche Elemente des Projektes insbesondere mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit mittelfristig umgesetzt werden oder ob andere ÖPNV-Modelle zum Tragen kommen", Christel Wemheuer, 1. Kreisrätin Göttingen, Vorsitzende der ZVSN-Verbandsversammlung.

Der ZVSN kooperiert als Aufgabenträger des ÖPNV beim Forschungsprojekt Eco Bus eng mit dem Regionalverband Großraum Braunschweig, der sich wie folgt positioniert:

Der Regionalverband Großraum Braunschweig wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass der Einsatz des EcoBusses im Landkreis Goslar von vornherein auf etwa ein halbes Jahr ausgelegt gewesen sei und insofern zu Ende Februar auslaufen würde. Fritz Rössig, zuständiger Abteilungsleiter beim Regionalverband: „Die Menschen nutzen den EcoBus nach einer Anlaufphase nun immer häufiger, wir haben bislang viele erfreuliche Einschätzungen erhalten. Gleichzeitig müssen wir aber schon jetzt feststellen, dass die vom EcoBus gegenwärtig im Harz bediente Fläche sehr groß ist und die Fahrgäste bei stärkerer Nachfrage längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen“. Während des Pilotzeitraumes sind mehrere Befragungen vorgesehen, die anschließend ausgewertet werden sollen. Damit erhoffen sich ZVSN und Regionalverband wichtige Schlussfolgerungen für die weitere Ausgestaltung der so genannten „on demand Verkehre“. „Wichtig sei vor allem die Möglichkeit verbindlicher Vorbestellungen über einen längeren Zeitraum hinaus und eine stärkere Verknüpfung zu bestehenden Linienverkehren von Bus und Bahn. „Hier gilt es Parallelverkehre zu vermeiden und damit auch die Wirtschaftlichkeit des Systems insgesamt zu verbessern“ so Rössig.

 
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