Foto: ZVSN
Über die E-Bus-Testergebnisse freuen sich Horst Weihrauch und Arne Wolfram (Weihrauch-Uhlendorff), Martin Brünig (Landkreis Northeim), Julius Haubrich und Torsten Uhlendorf (Regiobus Uhlendorff), Martin Adolph (Stadtwerke Uslar), Bernd Klodner (Stadt Uslar).
Regiobus Uhlendorff hat drei Elektrobusse im regulären Linienbetrieb getestet.
Das Unternehmen zieht eine erste positive Bilanz. Ziel des Pilotprojekts war es, konkrete Erfahrungen für den Einsatz von Elektrobussen im ländlichen Raum zu sammeln.
Die Busse waren auf den Linien rund um Uslar unterwegs. Im Mittelpunkt standen Reichweite, Ladeverhalten im Tagesumlauf, technische Zuverlässigkeit und Rückmeldungen der Fahrerinnen und Fahrer. Gerade in Flächenregionen wie dem Raum Uslar/Solling gelten besondere Anforderungen: Lange Strecken, Steigungen und enge Fahrpläne verlangen praxistaugliche Lösungen.
Beim Pressetermin am Busbahnhof Zur Schwarzen Erde in Uslar stellte Regiobus Uhlendorff eines der getesteten Modelle vor. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Verkehrsunternehmen nutzten die Gelegenheit zum Austausch und zur Mitfahrt im Linienbetrieb.
„Wir wollten wissen, wie sich Elektrobusse unter realen Bedingungen im ländlichen Raum bewähren“, sagte Julius Haubrich von Regiobus Uhlendorff. „Der Test zeigt: Elektromobilität funktioniert auch auf längeren Linien. Entscheidend sind eine gute Planung der Umläufe und eine passende Ladeinfrastruktur.“
Der Praxistest ist Teil eines größeren Förderprojekts. Im Rahmen der Fachkonferenz „Klimafreundliche Busse 2026“ übergab Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder Förderurkunden für Elektrobusse und Infrastruktur u.a. an Julius Haubrich (Regiobus Uhlendorff), Arne Wolfram (Weihrauch Uhlendorff) und Carsten Pülm (Pülm und VS). Im Gebiet des Zweckverbands Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) werden insgesamt 21 Elektrobusse gefördert. Rund 4,4 Millionen Euro Bundesmittel fließen dafür in die Region. Die Projekte müssen bis Ende 2028 umgesetzt werden.
Doreen Fragel, Vorsitzende der ZVSN-Verbandsversammlung und Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen, sieht darin einen wichtigen Schritt für die regionale Verkehrsentwicklung. „Wir stellen den ÖPNV Schritt für Schritt auf klimafreundliche Antriebe um. Mit der Förderung sind die Verkehrsunternehmen gut vorbereitet. Entscheidend ist, dass Verkehrsunternehmen, Landkreise und Kommunen gemeinsam Lösungen entwickeln, um den ÖPNV langfristig zu modernisieren.“
Der Landkreis Northeim blickt auf die Chancen für den ländlichen Raum. „Mobilität ist ein zentraler Standortfaktor“, sagte Martin Brünig, Vorsitzender des Verbandsausschusses des ZVSN und Dezernent für Kreisentwicklung beim Landkreis Northeim. „Wenn neue Antriebstechnologien im Alltag funktionieren, stärkt das den ÖPNV insgesamt – gerade außerhalb der größeren Städte, in Regionen mit großen Entfernungen zwischen den Orten, müssen neue Technologien im Alltag bestehen.“
„Ich freue mich, dass die privaten Verkehrsunternehmen unserer Initiative gefolgt sind und sich gemeinsam um die Bundesförderung beworben haben“, so Stephan Börger, Verbandsgeschäftsführer des ZVSN und Geschäftsführer des VSN. „Ehrlich gesagt hat es mich überrascht, dass am Ende Fördermittel für so viele Fahrzeuge bewilligt wurden. Das ist ein starkes Signal für unsere Region. Jetzt müssen wir vor allem die Frage der Ladeinfrastruktur klären.“
Auch aus kommunaler Sicht stößt das Projekt auf Interesse. „Der Standort Uslar eignet sich gut, um neue Mobilitätslösungen zu erproben“, meint Torsten Bauer, Bürgermeister der Stadt Uslar. „Wenn wir Infrastruktur und Verkehr zusammen denken, profitieren am Ende die Fahrgäste, Kommunen und Unternehmen.“
In einem nächsten Schritt soll der Aufbau von Ladeinfrastruktur am Zentralen Omnibusbahnhof Uslar erfolgen.
Dabei arbeitet Regiobus Uhlendorff eng mit den Stadtwerken Uslar zusammen. „Die Erfahrungen aus dem Busbetrieb helfen uns, Infrastruktur sinnvoll zu planen.“ erklärt Martin Adolph, Geschäftsführer der Stadtwerke Uslar.
Langfristig steht der regionale ÖPNV vor weiteren Veränderungen. Nach aktuellen EU-Vorgaben müssen bei der nächsten Neuvergabe der Verkehrsleistungen mindestens 65 Prozent der neu eingesetzten Busse klimafreundliche Antriebe haben, wovon mindestens die Hälfte emissionsfrei sein muss.